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Vogelnews

Begleittext zum Video:

 

Turdus, Merula und die Amselkoalition


alle im Film zu sehenden improvisierten Maßnahmen zur Unterstützung der Amseln werden NICHT zur Nachahmung empfohlen da der Betrachter weder weiß in welcher Weise die Hilfsmittel genau eingesetzt wurden, zu welchem Zeitpunkt und unter welchen weiteren Gegebenheiten. Eine vollständige Beschreibung ist leider nicht möglich. Man bedenke, daß es mehrere kritische Situationen gab auf welche ich völlig unvorbereitet reagieren mußte. Hier seien beispielhaft einige dieser Situationen beschrieben:


1. Das ursprüngliche Vogelnest wurde auf einer Stützstange aus dem Baubereich vom Weibchen versucht anzulegen. Die Stange stand dabei schräg gegen eine Wand gerichtet und jeder kleine Stoß hätte diese Stange zum Kippen gebracht. Daher mußte ich schnell handeln und baute binnen ca. 1. Stunde eine provisorische Nestvorlage aus Holz in welche ich das unfertige Nest hineinlegte - nicht wissend ob die Amsel dann auch daran weiterbauen würde.

2. Als die Küken nach ein paar Tagen noch unbefiedert im Nest lagen kam das Weibchen in der Dämmerung nicht mehr - wie die Tage zuvor - zum Nest zurück. Das Männchen, daß sich um diese Tageszeit immer zum Schlafplatz in einer Hecke begab war hörbar aufgeregt und zwitscherte laut. Hier sei angemerkt, daß ich von den Küken ein daran anschließendes Zwitschern vernahm, das sich sehr ähnlich wie das des Männchens anhörte. Ein sehr merkwürdiges Ereignis. Als nach ein paar Minuten Ruhe eingekehrt war stand ich jedoch vor einem riesigen Problem: Temperatur: ca. 13 °C, Tendenz fallend und das Männchen übernahm das Brüten nicht. Das wäre den Küken in der Nacht zum Verhängnis geworden, d.h. sie wären mit ziemlicher Sicherheit erfroren. Nach ca. 1 Stunde hatte ich eine 150 Watt Infrarotlampe als Notlösung gefunden. Achtung: diese Lampe in der richtigen Entfernung (von unten!) zu installieren dauerte gut 2-3 Stunden, um die Unterseite des Nestes weder zu heiß noch zu kühl zu bestrahlen. Mit einem dünnen Stabthermometer kontrollierte ich die Temperatur im Nest. Zunächst wurde es den Küken nach ca. 30 min. zu heiß, sie ''hechelten'' und streckten sich nach außen voneinander weg. Später war es zu kühl und sie hockten alle bibbernd eng aneinander. Es gelang mir dann schließlich nach langen Versuchen, die richtige Temperatur zu finden (entsprechend der Außentemperatur). Trotzdem kontrollierte ich die Situation im Nest noch mehrmals in der Nacht und korrigierte hier und da. In den darauf folgendenden Nächten - bis die Küken fast vollständig befiedert waren - wiederholte ich das Prozedere, allerdings mit etwas weniger Zeitaufwand. Auch tagsüber ließ ich die IR-Lampe an wenn es zu kühl war. Diese Situation zu bewältigen ist äußerst aufwendig und daher sei der Betrachter dieses Videos sehr vorsichtig falls er zu einer ähnlichen Lösung greift.

3. bei der dramatischen Verringerung des Nahrungsangebotes innerhalb einiger Tage im Garten und der hoffnungslosen Überforderung des Männchens mit der Nahrungssuche beschaffte ich ''Nachschub'' aus dem Zoogeschäft. Da dieses nur Mehlwürmer anbieten konnte und nicht die gewünschten Regenwürmer und auch andere Geschäfte in der Nähe keine Regenwürmer hatten blieb mir zunächst nichts anderes übrig als die Mehlwürmer der Amsel anzubieten. Später besorgte ich dann über eine Internetfirma große Regenwürmer (nachdem ich praktisch dem gesamten Garten eine ''Wurmkur'' verpasst hatte (sprich nach Würmern gebuddelt hatte).

diese drei Punkte sind nur einige der Schwierigkeiten, die auftraten. Wäre das Männchen auch noch verschwunden bin ich mir sicher wären die Küken verloren gewesen bzw. ich hätte mich nach einer Wildvogelauffangstation umsehen müssen. Man muß hier mit allem rechnen, mich traf der Verlust des Weibchen jedoch völlig unvorbereitet.

Nachdem die Küken das Nest verlassen hatten bemerkte ich, daß eines ein etwas apathisches Verhalten zeigte und zudem auch sichtlich kleiner war als die anderen drei. Es hatte auch Probleme, die von Turdus beschaffte Nahrung anzunehmen, sie fiel immer wieder aus dem Schnabel. Was es genau hatte weiß ich nicht. Leider lag es ein paar Tage später tot unter einem Baum aus dem es vermutlich geschwächt von einem Ast hinuntergestürzt war.

Möglicherweise ist später ein weiteres Junges verstorben, da ich am Ende nur noch zwei gesehen habe und vor allem wegen eines nächtlichen Vorfalls bei dem ich die Waldohreule und kurz darauf lautes Amselgezwitscher gehört hatte. Zu jener Zeit fraßen sie jedoch schon selbstständig und 2 Tage später waren sie nicht mehr auf Turdus angewiesen. Es kann also gut sein, daß das dritte bereits ''ausgeflogen'' war, insbesondere wo eines, bereits zu Anfang, schon größer und flugfähiger war als die beiden anderen. Auch habe ich ''nur'' das eine, zuerst erwähnte tote Junge gefunden.

einige Wochen später dann sah ich überraschenden Besuch im Garten: zwei junge Amseln! Eine war braun (offensichtlich ein Weibchen) und die andere war schwarz-braun, ein Männchen, das grade dabei war sein Jugendkleid abzulegen. Hin und wieder kommen sie nun zu Besuch, so habe ich zumindest den Eindruck, da meistens nur Turdus, aber gelegentlich auch mehrere Amseln im Garten zu hören sind. Bravo, Turdus, als allein erziehender Vater hast du ganze Arbeit geleistet! :-)

 

 

English translation (attempt :D)

all improvised support measures for the blackbirds seen in the video are NOT recommended to reproduce as the observer does not know in which exact way the auxiliary means were applied and at which point in time and under which conditions they were applied. Unfortunately a complete description is not possible. Keep in mind that there were several critical situations to which I had to react completely unprepared. Subsequently some examples of those situations are given:

1. the original bird's nest had been attempted to be built by the female on a construction prop. Die prop stood inclined against a wall and would have fallen down on the slightest contact. Hence I had to be quick and I built an improvised wooden rack for the nest into which I placed the unfinished nest - not knowing if the blackbird would continue building it.

2. a few days later when the chicks were laying callowly in the nest the female didn't return to the nest at dawn as usual. The male that would fly to its roost in a small tree at that time of the day was very agitated and twittered loudly. Here it should be noted that I perceived a very similar twittering by the chicks, just a few moments after that. A very strange event. When they had gone quiet a couple of minutes later I was standing in front of a huge problem: temperature ca. 13°C, downward drift, and the male didn't assume warming the chicks. That was a very bad situation as they would have frozen to death during the night. After about one hour I had found an emergency solution: a 150 Watt infrared lamp. Attention: to install this lamp at the correct distance from the nest (shining from below!) took about 2-3 hours so that the bottom side of the nest would neither get too hot nor too cool. I controlled the temperature in the nest carefully with a thin rod thermometer. After 30 minutes the chicks were getting too hot, they hackled and stretched towards away from each other. Then I immediately adjusted the temperature (by increasing the distance of the lamp) and after a while they got too cold as were hanging together closely shivering. Finally I managed -after many attempts- to find the right temperature (considering the outside temperature). But I kept controlling the situation in the nest several times at night and made a few adjustments here and there. In the following nights - until the chicks were almost completely plumed - I repeated the procedure with less expenditure of time though. Even in the day I let the IR lamp turned on whenever the outside temperature was too low. To cope with such a situation is very difficult and means a lot of effort. Therefore the observer shoulb be very careful if he considers a similar solution.

3. due to the dramatic decrease of food availability in the garden after a few days and because of the hopelessly overextended male blackbird I bought some food in a pet shop. As they only had mealworms and no shop in my area had stocked earthworms I took them and gave them to the male. Later on I found an internet shop that offers big earthworms - after I had digged over and dewormed the whole garden.

Those three issues represent only a couple of difficulties that occured. If the male blackbird had disappeared, too, I'm sure the chicks would have been lost or I would have had to look for a sanctuary for birds.

After the chicks had left the nest I noticed that one showed an apathetic behavior. In addition it was much smaller than the other three. It had problems to take the food handed by Turdus, the food kept falling out of its beak. I don't know exactly what was wrong with it. Unfortunately it was laying dead below a branch of a tree from which it had probably fallen down being enfeebled.

Possibly another chick died later on as I have seen only two then and because of an incident that had occured one night in which I had heard a long-eared owl followed by loud twittering of a blackbird. At the time they were already eating on their own and two days later they didn't depend on Turdus anymore. So it may also well be that the third one had already flown out, especially if considering the fact that one had been bigger and more able to fly than the other two. Plus I only had had found just one dead chick.

A few weeks later I was surprised by an unexpected visit in the garden: two young blackbirds! One was brown (obviously a female) and the other one was black-brown, a male being in the molt. Once in a while they visit - at least that's my impression as usually there's only Turdus audible but sometimes I can hear several blackbirds in the garden. Bravo Turdus! You have done a great job as a single father.

 

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Wissenswertes zu Amseln

am 16.05.2015 beobachtete ich eine weibliche Amsel wie sie sich sichtlich angestrengt am Boden auf und ab wippend hin und her bewegte. Dabei schien sie irgendwas aus sich heraus zu pressen. Als ich dann später hinging fand ich ein Ei ohne Schale da liegen. Kurz vorher hatte diese Amsel bereits eine Brut gehabt, evtl. alle Jungen verloren (diese waren schon ausgeflogen aber Federn auf dem Rasen, ein enthauptetes Küken und immer wieder aufkreuzende Elstern dürften da für sich sprechen...). Ich vermute das Tier hatte einfach noch nicht genug Zeit gehabt sich zu regenerieren, so daß sich bei dem Ei keine Schale gebildet hatte. Vor ein paar Jahren hatte ich schonmal seltsam anmutende Amsel Eier im Gras gefunden, damals hatte das Amsel Päärchen - wenn ich richtig gezählt habe - ganze 7 mal versucht, eine Brut durchzubringen.

Hier die Fotos von dem Ei:

  


  

und hier noch ein kurzes Video von der Amsel (während der "Eiablage"):

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